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Biographie des Dorfes Mesudiye

Galip Ay

Drei-Fronten-Veteran (1896 Rumelien – 14. Feb 1967 Mesudiye)

Veteran von drei WWI-Fronten (Jemen, Irak, Afyon), sieben Jahre britischer Kriegsgefangener und Gegenstand einer der meisterzählten mündlichen Überlieferungen Mesudiyes — seine unerkannte Rückkehr aus Gefangenschaft.

1896 in Rumelien geboren, migrierte Galip Ay mit seiner Familie 1907 im Alter von 11 Jahren nach Mesudiye. Im Ersten Weltkrieg diente er an den Fronten Jemen und Irak.

Von britischen Streitkräften im Irak gefangen genommen, verbrachte er sieben Jahre in Gefangenschaft. Als er zurückkehrte, hatte ihn seine Familie für tot gehalten — seine Frau Müzeyyen wurde für die Wiederheirat umworben.

Das Dorf bewahrt die Geschichte seiner unerkannten Rückkehr: Sein Vater Mutallip reiste nach Karaman, um beim Askerlik Şubesi nachzufragen. Im Mustafa Usta Hanı setzte er sich neben einen langhaarigen bärtigen Fremden — seinen Sohn Galip, zurückgekehrt, aber unkenntlich. Galip erkannte seinen Vater, gab sich aber nicht zu erkennen und fragte den alten Mann, wohin er unterwegs sei. Mutallip erzählte, sein Sohn Galip sei vor sieben Jahren an die Front gezogen, seither fehle jede Nachricht, und um Galips Frau Müzeyyen werde inzwischen gefreit. Da hielt Galip es nicht länger aus und gab sich zu erkennen: "Baba ben oğlun Galip" ("Vater, ich bin dein Sohn Galip").

Galip schloss sich später dem Türkischen Befreiungskrieg an der Afyon-Front an und ritt sein eigenes Pferd mit Wagen.

Fotografien

Fotografie von Galip Ay
Galip Ay — Veteran dreier Fronten

Angaben zur Person

1896, Rumeli – 14. Februar 1967, Mesudiye

Sohn von Mutallip — Bruder von İbrahim Ay

Jemen-Front

Irak-Front

Afyon-Front

7 Jahre Gefangenschaft

Ein Dorf-Gazi (Kriegsveteran), der an drei verschiedenen Fronten kämpfte, in britische Gefangenschaft geriet und mit seinem Pferd am Befreiungskrieg teilnahm.

Biografische Zusammenfassung

Galip Ay kam 1896 in Rumeli — in den Balkangebieten des Osmanischen Reiches — zur Welt. Sein Vater war Mutallip; auch sein Bruder İbrahim Ay sollte an einer anderen Front kämpfen. Galip wuchs als Angehöriger der fest in Mesudiye verwurzelten Familie Ay auf. Als er noch ein junger Bursche war, hatten die Jahre des Zerfalls des Reiches bereits begonnen.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde Galip zu den Waffen gerufen. Er wurde an die entferntesten und härtesten Fronten des osmanischen Heeres geschickt: zuerst in die sengenden Wüsten des Jemen, danach in die Sümpfe des Irak. An beiden Fronten standen ihm britische Streitkräfte gegenüber. An der Irak-Front wendete sich sein Glück — er geriet in britische Gefangenschaft.

Die Gefangenschaft dauerte volle 7 Jahre. In Mesudiye wurden aus Tagen Monate und aus Monaten Jahre. Seine Familie erhielt keinerlei Nachricht. Man begann zu glauben, Galip sei gestorben. Zu seiner Frau Müzeyyen kamen Brautwerber; das Dorf hielt ihn inzwischen für einen Şehit (Gefallenen).

Das Wiedersehen — Karaman, Mustafa Usta Hanı

Sein Vater Mutallip musste nun endlich eine sichere Antwort finden. Zur Zeit des Ikindi-Gebets (Nachmittagsgebet) verrichtete er sein Gebet, machte seinen Pferdewagen bereit und brach nach Karaman auf — beim Askerlik Şubesi (Militär-Musterungsamt) wollte er nach dem Verbleib seines Sohnes fragen. Da er das Amt geschlossen vorfand, beschloss er, die Nacht im Mustafa Usta Hanı (Herberge) zu verbringen. Während er sich mit dem Wirt ins Gespräch vertiefte, fiel sein Blick auf einen langhaarigen, bärtigen Fremden, der auf dem Diwan in der Ecke saß. Er setzte sich zu ihm und fragte nach seinem Befinden — erkannte ihn aber nicht. Die Jahre der Gefangenschaft hatten seinen Sohn unkenntlich gemacht.

Galip dagegen hatte seinen Vater sofort erkannt. Doch er gab sich nicht zu erkennen; er wartete ab, ob sein Vater ihn wohl erkennen würde. Der alte Mutallip erzählte dem Fremden seinen Kummer: „Ich hatte einen Sohn namens Galip. Vor 7 Jahren ist er an die Front gegangen. Ich kann keine Nachricht von ihm bekommen. Zu seiner Frau Müzeyyen kommen Brautwerber …“

„Vater, ich bin dein Sohn Galip.“

Vater und Sohn umarmten einander voller Sehnsucht. Beiden liefen Tränen aus den Augen — es waren Freudentränen. In jener Nacht blieben sie in der Herberge (han) und stillten stundenlang ihre Sehnsucht. Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg ins Dorf; Galip trieb die Pferde an — er sehnte sich danach, so schnell wie möglich zu seiner Müzeyyen zu gelangen.

Biografische Zusammenfassung (Fortsetzung)

Doch Galips Krieg war noch nicht zu Ende. Ein Mann, der jahrelang Gefangenschaft erlitten hatte, der zu seiner Familie zurückgekehrt war und Ruhe verdient hatte — ruhte nicht. Der Befreiungskrieg hatte begonnen, und das Vaterland rief erneut. Galip brach mit seinem eigenen Pferd und Wagen zur Afyon-Front auf. In drei verschiedenen Kriegen, in drei verschiedenen Gegenden, kämpfte er mit derselben Beharrlichkeit.

Als die Kriege zu Ende gingen, kehrte er nach Mesudiye zurück. Den Rest seines Lebens verbrachte er in seinem Dorf, inmitten seiner Familie. Am 14. Februar 1967 starb er — als Gazi dreier Fronten, sieben Jahre lang Gefangener und schließlich als ein Dorfheld, der in Frieden starb.

Wichtige Punkte

Geburt: 1896, Rumeli

Tod: 14. Februar 1967, Mesudiye

Vater: Mutallip (Vater von İbrahim Ay)

Fronten: Jemen, Irak, Afyon

Dauer der Gefangenschaft: 7 Jahre (britische Gefangenschaft)

Befreiungskrieg: Er nahm mit seinem Pferd und Wagen teil

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