Karadağ — der Vulkan
Karadağ ("Schwarzer Berg") ist ein erloschener Schildvulkan im Karapınar-Vulkanfeld und bedeckt etwa
600 km². Sein höchster Punkt, Mahalaç (2.288 m), liegt neben der Uluçukur-Caldera — 1,5-2 km im
Durchmesser und etwa 150 m tief. Ein einstiger Lavaverschluss verursachte den explosiven Ausbruch von
unter Druck stehendem Magma; die stärksten pyroklastischen Ströme traten an den nördlichen Hängen des
Berges auf.
Binbir Kilise — der byzantinische Komplex
Der Name Binbir Kilise spiegelt die volkstümliche Wahrnehmung des dichten Bündels religiöser
und Nebenstrukturen an den Hängen und im Vorland des Karadağ wider. Die Stätte besteht aus drei
Siedlungsbereichen:
- Madenşehir — die Hauptsiedlung am nördlichen Fuß. Enthält Basilika Nr. 1, das größte Bauwerk.
- Değile (Değle) — in höherer Lage. Spätbyzantinische große Baukomplexe, möglicherweise klösterlich oder elitär.
- Üçkuyu — dritter Siedlungsbereich in derselben archäologischen Zone.
Das Gebiet diente als Sitz des lykaonischen Bistums Barata.
Ramsay und Bell — Dokumentation 1905-1907
Sir William M. Ramsay (1851-1939), der britische Archäologe und Bibelwissenschaftler, und Gertrude Bell
(1868-1926), die britische Schriftstellerin, Archäologin und politische Offizierin, unternahmen
1905-1907 die systematische Dokumentation von Binbir Kilise. Ihre Erkenntnisse wurden 1909 als
The Thousand and One Churches bei Hodder & Stoughton veröffentlicht — bis heute die
Standardreferenz für die Stätte.
Mesudiye und Binbir Kilise
Das 1907 von bulgarisch-türkischen Migranten auf dem Durayda-Land gegründete Dorf Mesudiye liegt nur
1 km nordwestlich der archäologischen Stätte. Das Dorf datiert vor die organisierten Ausgrabungen, aber
nach den Jahrhunderten, in denen der Karadağ ein blühendes byzantinisches kirchliches Zentrum war. Die
Siedlung wusste bei ihrer Wiederansiedlung nichts von ihrer Nähe zu einem wichtigen christlichen
archäologischen Komplex.