Es war Frühling. Die Saat war hoch gewachsen. İbrahim versteckte sich am Rand des Dorfes in einem Getreidefeld nahe den Dreschplätzen. Auf dem Harman (Dreschplatz) hüteten zwei Kinder Lämmer — er schaute hin und sah, dass es sein Sohn Rasim und seine Tochter Suude waren. Wenige Meter entfernt sah er seine Kinder, nach deren Duft er sich jahrelang gesehnt hatte.
Er hielt es nicht aus. Er trat aus dem Getreide hervor und rief mit zitternder Stimme: „Rasim, Suude“. Die Kinder konnten diesen Fremden mit dem verfilzten Haar und Bart nicht erkennen; voller Angst liefen sie nach Hause. Sie erzählten ihrem Großvater Mutallip, was sie gesehen hatten. Der alte Mutallip war ein betagter, lebenserfahrener Mann. Er schöpfte Verdacht — es konnte einer seiner beiden an der Front kämpfenden Söhne (İbrahim oder Galip) sein.
In diesem Augenblick erkannte Salih İnce, der Sohn des Hacı Ali, aus der Dorfbevölkerung İbrahim. Nachdem sie sich umarmt und ihre Sehnsucht gestillt hatten, lud er ihn in sein Haus ein. Der alte Mutallip lief aufgeregt durch die Straße. Onkel Salih fragte: „Was ist denn, Mutallip Ağa, wohin des Weges?“ Der alte Mutallip antwortete: „Ach nichts, unser Lamm ist verloren gegangen, ich suche es.“
„Komm doch, das Lamm, das du suchst, ist hier.“
Onkel Salih brachte den alten Mutallip zu seinem Sohn. Als Vater und Sohn einander wiederfanden, umarmten sie sich voller Sehnsucht und hielten einander fest. An jenem Abend unterhielten sie sich mit den Dorfbewohnern bis Mitternacht.